Newsletter 02/2014 – 15.11.2014

Newsletter 02/2014 – 15.11.2014

am 15. November 2014 in Newsletter | 0 comments

Newsletter 02/2014 – 15.11.2014

Liebe Mitglieder und Freunde des Adipositas-Netzwerkes SAAR e. V.,

Die 30. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft im November 2014 in Leipzig, welche gemeinsam mit der Deutschen Diabetes-Gesellschaft veranstaltet wurde, zeigte die breite und interdisziplinäre wissenschaftliche Basis, welche mittlerweile erarbeitet wurde in beeindruckender Weise. Von der biologischen Grundlagenwissenschaft, der Genetik hin zu psychologischen und psychosomatischen Betrachtungen, von sozialmedizinischen Forderungen hin zu praxisorientierten Therapie- und Präventionsangeboten. In diesem Jahr erschien eine der wichtigsten und umfangreichsten Leitlinien der Deutschen Adipositasgesellschaft, die in verschiedenen Fachzeitschriften publiziert wurde. Dazu hatten wir im saarländischen Ärzteblatt eine eigene Einschätzung veröffentlicht. Die Leitlinie stellt für uns der rote Faden dar, nach der wir Empfehlungen aussprechen, Initiativen entwickeln und Patienten sowie Therapeuten beraten. Die Bedeutung multimodaler Programme und die Aufnahme in die Leitlinien hat für einzelne Therapieanbieter eine enorme Bedeutung hinsichtlich Akzeptanz, praktischer Umsetzbarkeit und Finanzierbarkeit. Wir erfahren von erfolgreichen Praxiskonzepten zur Adipositastherapie im Saarland und sehen, dass neue Schwerpunktpraxen im Aufbau sind.

Der Präventionsansatz wird in dem Ausschuss Prävention der Ärztekammer des Saarlandes durch zwei unserer Netzwerkmitglieder, Frau Dr.med. Bitsch und Herrn Dr.med. Guß vertreten. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Den Weggang von Herrn Minister Storm bedauern wir sehr, da er der Thematik Übergewicht und Adipositas sehr viel Interesse entgegenbrachte und unsere Arbeit erkennbar unterstütze. Wir hoffen, diese gute Zusammenarbeit mit der Politik weiter fortsetzen zu können.

Mit der Schwerpunkt-Thematik 2014 „Adipositas und Behinderung“ konnten wir Fachgruppen und Institutionen sensibilisieren und neue Wege gemeinsam entwickeln.

Für 2015 wird es auch weitere interessante Fortbildungen zum Thema „ Adipositas und Stigmatisierung“ , „Adipositas und chronische psychische Erkrankung“ sowie ein klinisches

Wochenende der Ärztekammer der Saarlandes zur Bedeutung der Psychotherapie im Kontext Adipositas geben ( Näheres dazu unter Termine).

Und es gibt etwas zu feiern: Unser Netzwerk besteht dann seit 10 Jahren! Grund genug, Rückblick zu halten, zu bewerten und den Blick in die Zukunft zu richten.

Dazu laden wir am 22. April 2015 in die Sportschule der Universität des Saarlandes ein.

Nun wünsche ich allen besinnliche Adventstage und ein frohes Weihnachtsfest und verbleibe mit den besten Grüßen

Ihre Angelika Thönnes

1. Vorsitzende

Neues aus der Wissenschaft

Behandlungsansätze bei adipösen Kindern

Im der Novemberausgabe des Deutschen Ärzteblattes wurde von den Autoren Zimmer und Disse der Justus-Liebig-Universität Gießen eine differenzierte Betrachtung zu Behandlungsansätzen bei adipösen Kindern gegeben. Auch wenn wir schon viel über diese Thematik gehört und gelesen haben, finde ich den nachdenklichen Tenor und die kritische Risiko-Nutzenabwägung gerade bei längerfristigen Schulungsprogrammen für dringend notwendig. Die Adipositas als chronische Erkrankung verstehen, bedeutet Druck von Kindern, Eltern und Therapeuten nehmen und Misserfolgserlebnisse verhindern.

Mehr hierzu: http://www.aerzteblatt.de/

Abstracts zum Thema Adipositas bei Kindern

Einen Überblick über aktuelle Artikel in internationalen Fachzeitschriften zum Thema „Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter“ verschafft ein Abstract-Service der Stiftung Kindergesundheit und die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter.

Mehr hierzu: http/www.aga.adipositas-gesellschaft.de/index.php?id=299

Aktuelle Umfrageergebnisse bestärken peb

Aktuelle Umfrageergebnisse bestärken peb (Plattform Ernährung und Bewegung e.V.) in ihrem Ansatz, Eltern und Kindern bei der Umsetzung eines gesunden Lebensstils zu unterstützen. Eine aktuelle Innofact-Umfrage zeigt, dass 57 % der befragten Deutschen der
Meinung sind, dass vor allem die Familie den Kindern einen gesundheitsförderlichen Lebensstil vermitteln müsse.

http://www.pebonline.de/

Adipositas beginnt im Kindesalter

Die Grundlage für die Adipositas im Kindesalter ist bereits bei Eintritt in den Kindergarten gelegt. Dies wird durch Zahlen aus einer Studie im New England Journal of Medicine belegt. Von Kindern, die zwischen dem fünften und dem 14. Lebensjahr adipös wurden, war bereits die Hälfte mit fünf Jahren übergewichtig. In diesem Alter sind sie noch weit entfernt von Fast Food und Playstation, hier müssen Kausalitäten noch weiter beforscht werden.

Mehr hierzu: http://www.nejm.org/

Adipositas stagniert bei Kindern

Eine aktuelle Studie belegt die Stagnation des Anteils von Kindern, die bei Schuleintritt übergewichtig sind, seit 2004. Die Autoren führen diesen Trend in vielen Industrieländern vor allem auf die Lebensstiländerung und die langsam greifenden Präventionsmaßnahmen zurück.

Mehr hierzu: http://www.uniklinik-ulm.de/

Adipositasprävention in der pädiatrischen Praxis

Auf Grundlage des Projektes 9+12-gemeinsam gesunde Schwangerschaft und erstem Lebensjahr zeigt die Praxis, dass die jungen Eltern zu einem gesundheitsförderlichen Lebensstil motiviert werden könne, unabhängig vom Sozialstatus. Bei bisher fehlender Vergütung ist vor allem persönliches Engagement gefragt.

Mehr hierzu: http://link.springer.com/

Desillusioniertes Bild der bisherigen Präventionsbemühungen

Frau Prof. Dr. Angelika Lindinger, Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Homburg fasst die Einschätzung zu den Folgen der Adipositasentwicklung vor allem hinsichtlich vaskulärer Schädigungen bei Kinderns anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie in Weimar, Oktober 2014 zusammen und zeichnet ein eher desillusioniertes Bild der bisherigen Präventionsbemühungen.

Mehr hierzu: http://www.springermedizin.de/

Psoriasis und Übergewicht

Ein Großteil des Psoriatiker (Patienten mit Schuppenflechte) ist übergewichtig, mit entsprechenden metabolischen Folgewirkungen, die eine systemische Inflammation und zumindest eine prädiabetische Stoffwechsellage zur Folge haben. Dies wird durch eine viszerale Adipositas verschlimmert. Einen enormen gesundheitlichen Benefit auf evidenzbasierter Grundlage wird durch die Nutzung eines Schrittzählers erreicht, der als ein Motivationsverstärker für die Alltagsaktivität eingesetzt wird. In dem Online-Portag PSO-fit wird das tägliche Pensum dokumentiert.

Mehr hierzu: http://www.psoriasis-netz.de/

Adipositas und Krebs

Die Adipositas geht mit einer erhöhten Komorbidität einher. Auch Krebserkrankungen kommen bei Adipösen gehäuft vor, wie die vorliegende Untersuchung zeigt. In dieser großen Untersuchung aus Großbritannien wurden die Daten von über 5 Mio. Erwachsenen aus Allgemeinarztpraxen erhoben. Personen mit einem BMI von über 40 kg/m2 hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Krebserkrankungen wie der Leber, der Gallenblase, der Zervix, der Nieren, des Uterus, der Schilddrüse. Brustkrebs trat nur bei postmenopausalen Frauen häufiger auf. Erklärungsansätze sind u. a. die vermehrte Konzentration von Insulin, der insulinähnliche Wachstumsfaktor IGF-1 und Östrogene, sie wirken proliferativ und mitogen.

Mehr hierzu: http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140- 6736%2814%2960892-8/fulltext?_eventId=login

Trotz Warnungen: Politik ignoriert Adipositas-Epidemie

In Deutschland leiden immer mehr Menschen an Übergewicht und Adipositas. Das Gesundheitssystem wird jedes Jahr durch Kosten für die Behandlung der Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ II, Bluthochdruck und Herzkrankheiten mit zweistelligen Milliardenbeträgen belastet. Durch Präventionsmaßnahmen könnten diese Kosten deutlich reduziert werden. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass Deutschland in Sachen Prävention von Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes hinter der internationalen Entwicklung zurückliegt. Nicht zuletzt will die Bundesregierung nun auch noch die Finanzierung des Kompetenznetzes Adipositas einstellen. Wie wenig ernst die politischen Entscheidungsträger das Thema nehmen, zeigt eine aktuelle und vergleichende Erhebung der Europäischen Adipositas-Gesellschaft (EASO).

Mehr hierzu: http://www.kompetenznetz-adipositas.de/

Kohlenhydrate schlechter für Blutfette als Fett

Wer gesund essen will, spart meist am Fett. Schließlich zeigen wissenschaftliche Studien immer wieder einen Zusammenhang zwischen erhöhten Fettwerten im Blut und einem gesteigerten Risiko für Herzerkrankungen. Im Umkehrschluss bedeutet das: Fettreduzierte Ernährung ist gut fürs Herz. Nicht unbedingt, zeigt nun eine kleine Pilotstudie. Das erstaunliche Ergebnis des Diätexperiments: Ungesunde Fette in der Nahrung werden nicht zwangsläufig zu ungesunden Fetten im Blut. Manchmal ist es ein Übermaß an Kohlenhydraten, das die Fettspeicher in unserem Körper auffüllt – und uns krank macht.

Mehr dazu: http://www.wissenschaft.de/

Fatale Verknüpfung: nahrhaft = lecker

Offenbar weiß unser Gehirn, wie reichhaltig ein Nahrungsmittel ist – selbst wenn wir das bewusst nicht zu wissen glauben. Dass es einen solchen Kalorienzähler im Gehirn gibt, bestätigte ein Versuch. Dabei durften die jungen Probanden in einer Auktion mitbieten, um den von ihnen präferierten Snack zu bekommen. Dabei zeigte: Die Jugendlichen boten nicht bei den Nahrungsmitteln am meisten, die auch den höchsten Kaloriengehalt hatten – unabhängig davon, wie hoch sie selbst den Nährwert einschätzten. Das könnte bedeuten, dass eine Aufklärung über den Kaloriengehalt nur bedingt etwas bringt. Denn zum einen weiß der interne Kalorienzähler zumindest bei vertrauten Speisen ohnehin schon Bescheid. Zum anderen aber verknüpft das Gehirn zumindest bei vielen Jugendlichen einen hohen Brennwert automatisch mit hohem Genuss: nahrhaft = lecker. Um diese Verknüpfung zu lösen, bedarf es allerdings sicher mehr als nur das Wissen um die Kalorienzahl.

Mehr dazu: http://www.scinexx.de/

Süßstoff begünstigt Zucker

„Künstliche Süßstoffe sollten eigentlich die gesunde Alternative zum kalorienhaltigen Zucker sein. Doch die Zuckerersatzstoffe geraten immer mehr ins Zwielicht. So zeigten Studien bereits, dass sie den Appetit steigern – und damit erst Recht zu Übergewicht führen können. Israelische Forscher haben nun eine weitere Schattenseite der Süßstoffe aufgedeckt: Sie stören den normalen Zuckerstoffwechsel des Körpers und können dadurch Glukose-Intoleranz auslösen, eine Vorform des Diabetes. In Versuchen mit Mäusen und Menschen zeigte sich auch, wie dies geschieht: Offenbar verändern die Süßstoffe die Darmflora zugunsten von Bakterienarten, die genau diese Stoffwechselstörung fördern.“

Mehr dazu: http://www.wissenschaft.de/

Buchhinweise, Arbeitsmaterialien

Fernsehtipp: Dicksein macht nicht automatisch krank

In einem sehr gut recherchierten Film hat 3Sat am 23. Oktober aktuelle Ergebnisse epidemiologischer Studien vorgestellt. Im Mittelpunkt stand die Hypothese, wonach ein erhöhter BMI alleine noch keine Aussagekraft als Risikofaktor hat. Wichtiger ist die Fettverteilung und hierbei insbesondere das viszerale Fettgewebe.

Mehr dazu: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=46418

Buchtipp Fett

Das Buch „Fett“ des ärztlichen Kollegen Torsten Markwirth aus Homburg habe ich schon wegen des Titels als eine der Ersten gleich gelesen. Seine Vorgängerbücher kenne ich ebenfalls und ich weiß, dass er als Leitthema des Romans ein Krankheitsbild bearbeitet und medizinische Kenntnisse detailgenau beschreibt. Nun wurde auch die extreme Adipositas hier dargestellt mit leider zu klischeehaften Erklärungsmustern und literarischen Überzeichnungen, die unkritisch betrachtet der Stigmatisierung eher Vorschub leisten könnten. Dies ist sicher nicht die Absicht des Verfassers, dennoch bleibt eine gewisse Enttäuschung.
Ich denke, also bin ich“, schrieb René Descartes. „Ich esse, also bin ich“, sagt Hauke Thorwald. Die Geschichte eines Menschen, der 400 Kilogramm wiegt. Hauke ist Arzt. Er wird zum Mörder. Essen – eine seiner wenigen Freuden in seinem Leben. Später seine einzig verbliebene, seine letzte. Außer Kontrolle gerät sein Essen. Außer Kontrolle geraten seine monströsen Körperformen.

Newsletter 02/2014 – 15.11.2014Produktinformation

Broschiert: 504 Seiten

Verlag: Mauer Verlag (26. Mai 2014) Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3868123326

ISBN-13: 978-3868123326

Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,8 x 3,2 cm

Termine 2015:

14. März 2015: 2. DRK Symposium „Diskriminierung von jungen Menschen mit Übergewicht und Adipositas – Wie kann Hilfe aussehen?“

Ort: Herrmann Neuberger Sportschule Saarbrücken

Referenten: Prof. Dr. Jens Möller (Saarbrücken) und Dr. Friedrich Schorb (Universität Bochum).

Weitere Informationen demnächst auf unserer Homepage

15. April: Saarpfälzisches Adipositasforum

Übergewicht und Adipositas bei chronisch psychisch Erkrankten und metabolisches Syndrom; Bedeutung der interdisziplinären Patientenführung und Etablierung geeigneter Präventionsprogramme

Ort: Forum, Homburg

Hauptreferenten: Prof. Dr. med. Matthias Riemenschneider, PD Dr. med. Matthias Frank Weitere Informationen demnächst auf unserer Homepage

22. April 2015: 10 Jahre Adipositas Netzwerk Saar e. V.

Ort: Herrmann Neuberger Sportschule Saarbrücken

Weitere Informationen demnächst auf unserer Homepage

13. Juni 2015 Klinisches Wochenende der Ärztekammer des Saarlandes

Adipositas – ein Fall für Psychotherapie? Stellenwert der Psychotherapie im interdisziplinären Behandlungsansatz“

Gastreferent: Prof. Dr. med. Herpertz zusammen mit Prof. Dr. med. Köllner und weiteren Kollegen

Weitere Informationen demnächst auf unserer Homepage

Neue Mitglieder

  • Frau Dr. med. Claudia Thiel Internistin, Ernährungsmedizinerin Eschberger Hofplatz 1
    66121 Saarbrücken thiel@internist-saarbrücken.de

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